Joop Donkervoort tritt zurück

Die exklusive niederländische Sportwagenmanufaktur Donkervoort Automobielen gab heute den Rücktritt ihres Gründers und Vorstandsvorsitzenden Joop Donkervoort bekannt.

Der 71-jährige Donkervoort gründete das Unternehmen 1978 und war seitdem Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer. Unter seiner Führung entwickelte sich das Unternehmen zu einer weltweit anerkannten Sportwagenmarke. Mit Wirkung vom 1. Januar 2021 übergab er seinem Sohn Denis die Verantwortung für das Tagesgeschäft des Unternehmens.

„Mein Vater hat hier zeitlebens Großartiges geleistet und die gesamte Donkervoort-Familie der Mitarbeiter und Fahrzeugeigentümer werden ihm immer dankbar sein für seine Vision, seine Ausdauer und seine Überzeugung, dass unsere Autos Emotionen hervorrufen sollen“, sagte Denis Donkervoort, Geschäftsführer von Donkervoort Automobielen.

„Sein Fachwissen und Erfahrung bleiben für Donkervoort jedoch erhalten und er wird im Unternehmen, das er gegründet hat, immer eine wichtige Rolle spielen. Wer meinen Vater kennt, weiß, dass er es keineswegs ruhig angehen lassen wird. Allerdings ist er jetzt in einer Position, in der er sein Wissen nicht nur für unsere Projekte, sondern auch für Aktivitäten zusammen mit anderen Unternehmen einbringen kann.“

Bei Donkervoort Automobielen laufen die Aktivitäten auf Hochtouren. Im Jahr 2020 wurden mit dem äußerst positiv bewerteten D8 GTO-JD70, der Sonderausführung Bare Naked Carbon Edition sowie dem D8 GTO- JD70 R gleich drei neue Modelle vorgestellt. Das von Donkervoort patentierte EX-CORE-Verfahren zur Herstellung von Kohlefaser wurde als eigenständiger Geschäftsbereich ausgelagert, so dass sich Donkervoort auf seine Kernkompetenz, die Herstellung exklusiver, hochemotionaler Sportwagen nach Leichtbau-Philosophie, konzentrieren kann.

Joop Donkervoort, der nach wie vor in bester Verfassung ist, plant, seine neugewonnene Freizeit unter anderem für sportliche Betätigung, die Förderung junger Unternehmer sowie sein Engagement als Berater im Design- und Technologiebereich, sowohl bei Donkervoort Automobielen als auch für Dritte, zu nutzen. Mit seinem Fachwissen wird er weiterhin zur Entwicklung noch geheimer und komplett neuer Donkervoort-Modelle beitragen, vom Chassis und Fahrwerk bis hin zum Materialmix sowie Designkonzepten.

Als Initiator und treibende Kraft hinter dem äußerst festen und innovativen EX-CORE Kohlefaserkonzept hat er bereits erwirkt, dass dieses Material von vier Formel-1-Teams getestet wird. Joop Donkervoort wird auch weiterhin an speziellen EX-CORE-Projekten arbeiten.
„Nach 43 Jahren ist nun ein guter Moment, um zurückzutreten. Das Unternehmen läuft gut, die Geschäftsführung ist in guten Händen, so dass ich meine Zeit für andere geschäftliche Aktivitäten und Beratertätigkeiten einsetzen kann“, so Joop Donkervoort.

„Im Laufe der Jahre hat man mich oft um Rat gebeten, sowohl bei Neugründungen als auch für bestehende Unternehmen. Obwohl ich in solchen Fällen wirklich sehr gerne geholfen hätte, hatte ich dafür jedoch niemals Zeit, ich habe mich immer ausschließlich auf Donkervoort konzentriert. Dieser Schritt gibt mir nun aber mehr Freiraum für externe Projekte. Daher freut es mich, dass man mich einmal mehr gebeten hat, mich an anderen Projekten zu beteiligen.“

Nicht weniger als 13 Jahre lang hat Joop Donkervoort den Plan für seine Nachfolge vorbereitet. Während dieser Zeit hat er nicht nur Denis gefördert, sondern auch erfahrene und fachkundige Mitarbeiter in wichtigen Positionen eingestellt und weitergebildet. Geschäftsführer Denis Donkervoort ist bereits seit über zehn Jahren für das Tagesgeschäft bei Donkervoort verantwortlich und wurde von seinem Vater in allen Aspekten des Fachs unterrichtet.

Neben seiner Erfahrung im Managementbereich sowie seinem Wissen, wie man die Höhen und Tiefen der Automobilbranche übersteht, hat sich Joop Donkervoort auch ein einzigartiges Fachwissen in den Bereichen Leichtbau, Kleinserienkonstruktion sowie der Herstellung von Verbundswerkstoffen angeeignet. Diese Erfahrung bleibt für Donkervoort Automobielen weiterhin verfügbar, da Joop Donkervoort in den Beirat des Unternehmens aufgenommen wurde. Weitere Einzelheiten über den Beirat werden in den nächsten Monaten bekanntgegeben.

„Ich habe mich immer für den Technikbereich interessiert, aber dieser war niemals meine größte Motivation“, gab Joop Donkervoort zu. „Technologie ist ein Mittel zum Zweck. Zwar wichtig, klar, aber nach wie vor ein Mittel, um Emotionen beim Menschen hervorzurufen, nicht andersherum. Was zählt, sind Erfahrung, Freude, Entspannung… kurzum: Emotionen.“

Seit Joop Donkervoort das Unternehmen in Tienhoven nahe Utrecht in den Niederlanden gegründet hat, sind fast 1500 Donkervoort-Sportwagen gebaut worden. Sie verkörpern genau diese Philosophie. Sämtliche Fahrzeuge wurden in enger Abstimmung mit den Besitzern im Manufakturverfahren gebaut und sind maßgefertigt, so dass keine zwei Donkervoort-Sportwagen in ihrer Ausführung jemals identisch sind.

– Ende der Pressemitteilung –

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Amber Donkervoort
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Die Geschichte von Donkervoort Automobielen fing an, als Joop Donkervoort das Recht erhielt, den Lotus 7 in die Niederlande zu importieren, aber feststellen musste, dass der Wagen dort nicht auf der öffentlichen Straße zugelassen wurde.

Nach Versuchen, damit der Lotus 7 die Anforderungen der Typgenehmigung erfüllt, entdeckte Joop: Der beste Weg zur Vollendung des Lotus Seven ist noch einmal ganz von vorne anzufangen. Denn Joop war überzeugt, dass er das Fahrzeug vor allem in Bezug auf Komfort, Zuverlässigkeit, praktische Nutzbarkeit und Fahrdynamik verbessern konnte.

Damit wurde im Jahr 1978 der erste Donkervoort, der S7, geboren. Letztendlich hat es dazu geführt, dass Donkervoort als erster Kleinserienhersteller eine Typgenehmigung erhalten hat.

Eigentlich hat es viel früher angefangen, mit Schulheften voller Autozeichnungen. Statt Erdkunde-Hausaufgaben wurden Radaufhängungen skizziert, und in Zeichenstunden wurde die perfekte Karosserie entworfen – die Obsession, den perfekten Sportwagen zu entwerfen, hat Joop Donkervoort schon früh gepackt.

Donkervoort entwickelte sich weiter, wobei Joop sich eher als Professor und Techniker denn als Geschäftsmann sah. Der zehnte Geburtstag der Marke wurde mit dem Start des Donkervoort Cup, eigens für den neuen D10 bestimmt, gefeiert. Diese Klasse bietet Teilnehmern die Möglichkeit, auf der Straße zur Rennstrecke zu fahren, am Rennen teilzunehmen und im selben Fahrzeug wieder nach Hause zu fahren. Dabei hat sich Donkervoort um alles rund um die Rennen gekümmert, von der Technik und den Reifen bis hin zu Bewirtung und Catering.

Im Jahr 2000 war Donkervoort über seine Räumlichkeiten in Loosdrecht hinausgewachsen und zog auf sein neues Gelände in Lelystad um, wo das Unternehmen heute noch seinen Sitz hat. Inzwischen hatte Donkervoort eine enge Beziehung zum damaligen Audi-Chef Dr. Franz-Josef Paefgen aufgebaut, wodurch neue Motoren und technische Unterstützung in greifbare Nähe rückten.

Das führte zu einer neuen Generation des D8, darunter der erste Donkervoort mit Dach: der GT. Außerdem stürzte sich die Marke in den GT4-Rennsport und wurde Klassensieger bei Rennen von den 24 Stunden von Spa-Francorchamps bis zu den 24 Stunden von Dubai.

Im neuen Jahrhundert sind auch Joops Kinder Denis und Amber in das Unternehmen eingetreten, und zwar sowohl auf der technischen Seite als auch im Marketing.

Der D8 GTO aus dem Jahr 2011 ist ein Wendepunkt für Donkervoort. Chefentwickler Jordi Wiersma. Die Ingenieure haben mit diesem Modell einen wunderbar ausgewogenen, starken, schnellen und unverwechselbar offenen Sportwagen geschaffen. Es war ein Fahrzeug, das Donkervoort neue Märkte eröffnet hat und die Grundlage für den JD70 bildet.